Hier lasse ich einen Augenzeugen zu Wort kommen, um aufzuzeigen, wie leicht die Bösen an Kinder rankommen. Das Gespräch habe ich aufgezeichnet und gebe es hier schriftlich wieder:
Ich bin Deutscher, aber 1976 war meine Familie bestehend aus meinen Eltern und meinen beiden Geschwistern (zwei Schwestern) aus beruflichen Gründen meines Vaters in den USA, genauergesagt, in New Jersey. Da hatten wir ein Haus, was von der Firma (BASF) angemietet war. Aber bevor wir in dieses Haus nach New Jersey fuhren verbrachten wir, also die gesamte Familie eine Woche in New York. Zu dem Zeitpunkt war ich fünf Jahre alt. Meine erste Erinnerung ist ein umfangreiches Abendessen in einem hohen Stockwerk in einem dieser Wolkenkratzer. Es gab Hummer und ich lernte, wie man das aß. Es war das Abendessen, was mein Vater als Angestellter mit seinen amerikanischen Kollegen und seinem amerikanischen Boß hatte und es war scheinbar normal, die ganze Familie dazu einzuladen. Mein Vater war im Team dabei, die den Steamcracker mitentwickelt hatten. Er war wohl ein sehr wichtiger Mann, denn ich erinnere mich noch gut an das Modell aus bunten Rohren, die den Steamcracker in klein darstellten, welches er gebaut hatte. Dazu muß ich erklären, daß mein Vater als Maschinenbau-Ingenieur bei der BASF angestellt war und eben mit noch anderen zusammen den Steamcracker gebaut hatten, der in Texas dann später in den USA nachgebaut wurde. Der Steamcracker ist ein Rohleitungssystem aus gelben Gasrohren, blauen Wasserrohren und roten Säurerohren. Durch das Zusammenspiel von Erhitzen und Wasserdampf, der durch Rohre fließt, wird das Rohöl aufgespalten, auf englisch gecrackt, also aufgebrochen, um dann als Erdgas, als Propangas oder verflüssigt Propanol oder Ethanol oder Benzin dann in separate Speichertanks abgefüllt zu werden. Ohne den Steamcracker gibt es kein Ethanol oder Propangas, was für die Wirtschaft und die weiterverarbeitende Industrie ziemlich wichtig ist. Ethanol wird für Reinigungszwecke und in der Kosmetikproduktion eingesetzt. Das mit dem Steamcracker und was das genau ist und warum Ethanol so wichtig für die Industrie ist, wußte ich als Fünfjähriger natürlich nicht, aber ich hatte das Wort Steamcracker schon öfters als Kind gehört und hatte das Modell gesehen, weil es mein Vater damals auf dem Beifahrersitz seines Autos nach Hause gebracht hatte und es dann eine Zeitlang bei uns im Wohnzimmer auf der Fensterbank stand. So ein Kasten aus bunten Rohren kriegst du als Kind schon mit, weil es für mich wie ein Rohrgeknäul aussah und mein Vater versuchte, mir zu erklären, daß es eine ganz einfache Sache wäre, die nur deshalb wirksam wäre, weil heiße Rohre über kalte Rohre fließen würden und sie die anderen Rohrinhalte erhitzen oder abkühlen würden durch dieses Durcheinander. Jetzt bin ich aber echt vom Eigentlichen abgekommen.
Also zurück zu der Woche in New York. Mein Vater, das muß ich unbedingt dazusagen, entstammt einer jüdischen Familie und von daher war seine Anstellung bei der BASF ziemlich klar, denn die BASF ist eine von Juden geführte und im Eigentum von Juden stehende Firma und sie stellen bevorzugt Juden ein. Da der jüdische Stammbaum ja nur dann als echt jüdisch gilt, wenn die Mutter jüdisch ist, gelten wir nicht als Juden, weil mein Vater und widerrum sein Vater die Juden waren und keine seiner weiblichen Verwandten. Also meine Oma väterlicherseits hatte einen Juden geheiratet, der nicht als jüdisch galt, weil sein Vater und nicht seine Mutter Jude war. War das jetzt zu kompliziert? Ich hoffe nicht. [Anmerkung: Ich habe es verstanden und deshalb genickt - das Gespräch ging dann weiter]
Irgendwann wurde ich müde und irgendwann durfte ich dann auch ins Bett gehen. Die Wohnung war wohl in einem anderen Stockwerk und ich ging mit meiner Mutter und meinen Schwestern dann in diese Wohnung zum Schlafen. Auf jeden Fall war diese Wohnung eine von vielen auf der Etage, wie in einem Hotel - aber es war kein Hotel, sondern einer dieser Wolkenkratzer und da eben auf einer Ebene. Am nächsten Tag ging ich mit meiner Mutter alleine durch New York. Warum ich alleine mit meiner Mutter weiß ich bis heute nicht. Auf jeden Fall stellte sie mich vor dem Eingang des World Trade Centers ab und sagte, ich solle warten. Ich wartete. Später erfuhr ich, sie war auf der 5th Avenue und wollte dort meinen Vater treffen. Irgendwann kam meine Mutter zurück und wir fuhren im Aufzug ganz nach oben zur Aussichtsplattform, die in vielen Hollywoodfilmen zu sehen ist. Wir waren auch auf auf der Freiheitsstatue, also wir, die ganze Familie sind die ganzen Treppen raufgestiegen bis wir oben im Sternenkranz durch ein Fenster nach draußen gucken konnten. Also wenn New York, dann mußt du auch alles sehen, was es als Sehenswürdigkeit so gibt. Die Tage vergingen und eines Nachts wurde ich aus dem Bett geholt. Nur ich. Meine Schwestern nicht. Es würde ein Tornado nach New York kommen und wir sollten aufs Dach. Da stand ich nun neben meinen Eltern mit meinem Schlafkissen in der Hand und im Schlafanzug. Es war gar nicht kalt und auch nicht superwindig, aber der Turm schwankte und wir standen tatsächlich auf der Dachfläche, dicht an irgendwelche Schornsteine oder Gehäusekisten, vielleicht vom Aufzug gedrängt mit anderen Männern, die dann zu uns gestoßen waren. Auf einmal war meine Mutter weg und ich war mit den fremden Männern ganz alleine. Sie warteten auf irgendetwas. Später erfuhr ich, sie warteten auf einen Hubschrauber. Irgendwie wurde mir die ganze Sache komisch und ich fing an zumzuquengeln, daß ich zu meiner Mutter wollte, die irgendwie verschwunden war. Das fanden diese Männer gar nicht toll, weil ich mich dann sogar von ihnen entfernt hatte und mich versteckt hatte. Denn der angebliche Tornado kam irgendwie nicht, und wenn ein Sturm, ein Tornado auf New York trifft, dann gehe ich doch bestimmt nicht aufs Dach, um mich zu schützen. Das ganze kam mir seltsam vor. Schließlich rief mich mein Vater und ich traute mich nicht, aus dem Versteck. Ich ging zu der Tür zurück, aus der wir auf dieses Dach gelangt waren und dort fand mich mein Vater. Ich wollte nicht zu diesen Männern zurück und habe das meinem Vater auch deutlich gesagt und ich wollte die Tür zum Treppenhaus aufdrücken, aber sie war zu schwer. Mein Vater hat dann noch kurz mit den Männern geredet und dann durfte ich wieder zurück in das Treppenhaus und zurück in mein Bett in der Wohnung. Im Nachhinein habe ich verstanden, das das der erste Versuch war, mich zu verkaufen.
Nach der Woche in New York ging es in das Haus in New Jersey. Ich hatte da eine schöne Zeit. Wir schauten Fernsehen, die Sesamstraße und wir konnten spielen und englisch lernen.
Später bekam mein Vater wohl "Urlaub"? Auf jeden Fall mieteten wir einen Campingbus und verließen das Haus. Es ging in Richtung Süden an der US-amerikanischen Ostküste entlang. Wir fuhren nach Orlando in Florida zu Disney World. Da gingen wir so viel ich mich erinnere dreimal hin. Also an drei Tagen hintereinander. Und von da hatten wir die meisten Fotos, die dann später von meinem Vater zu Dias verarbeitet wurden. Ich erinnere mich daran, daß es jeden Tag, hinter dem Eingang um eine bestimmte Uhrzeit so ein Umzug stattfand. Also von allen großen Plüschfiguren und es gab Umzugswagen, wie bei uns an Fasching. Mein Vater ging an einem Besuch mit mir zu einer Attraktion, die nichts weiter war als eine kleine Eisenbahn mit Waggons, wo wir Kinder uns hineinsetzen konnten. Die Eisenbahn fuhr an der Station los und nur ich war mit meinem Vater da an dieser Station. Mein Vater ließ mich in den Waggon einsteigen, es waren offene Wagen und stand dann am "Bahnhof" und wartete bis ich wiederkommen würde. Dachte ich. Solche Wagenfahrten kannte ich schon von der heimischen Kirmes. Da fährt die Eisenbahn halt eben durch irgendwelche auf Pappe gebauten "Landschaften". Genau, vom Holiday Park kannte ich das. Ich bin ja aus der Pfalz, vielleicht kennen das deine Leser, diesen Vergnügungspark. Na gut, dachte ich, dann fahre ich da halt mal so eine Runde. Der Zug fuhr los und ich saß in einem von vielleicht fünf Wagen. Wie gesagt, es waren offene Wagen und jeder Wagen hatte vielleicht so drei Sitzbänke, wo jeweils zwei Kinder drauf Platz fanden. Ich saß alleine auf einer solchen Sitzbank. Der Wagen fuhr los. Dann kamen wir an einer dekorierten Wand an und die Eisenbahn hielt an. Mitten in der Landschaft, die aber eine Art Rückwand hatte. Da hielt der Zug. Dann ging die Wand nach oben, wie so ein Vorhang und ich sah da eine breite Fläche und dann ging es einen Gang entlang mit normalen weißgrauen Betonwänden. Die Kinder stiegen aus, weil da so eine Frau stand und etwas rief und ein Kind nach dem anderen stieg aus diesem Zug aus. Ich blieb sitzen, weil ich ja kein Englisch verstand. Dann zog mich ein anderes Kind aus dem Wagen und ich stellte mich zu der Kindergruppe, die auf dieser Wartefläche stand. Dann kam wieder diese Frau und holte uns ab und führte uns alle den Gang entlang. Ich fand das alles sehr merkwürdig und blieb zurück und dann blieb ich einfach stehen. Die anderen Kinder gingen den Gang weiter entlang und ich stand da alleine und war unschlüssig. Dann ging ich wieder zurück zur Eisenbahn und den Wagen zurück. Da bemerkte ich erst, daß nicht alle Kinder ausgestiegen waren. Die Frau kam zurückgerannt, und redete auf mich ein, weil sie wohl gemerkt hatte, daß ich fehlte. Wieso sie das gemerkt hatte, weiß ich nicht, aber sie redete auf mich ein. Ich sprach dann auf deutsch mit ihr, daß ich sie nicht verstehen könne und das verwirrte sie. Ich war damals hellblond mit blauen Augen. Scheinbar verstand sie, daß ich kein amerikanisches Kind war und ließ mich wieder in den Wagen einsteigen. Also hatten sie die Kinder aussortiert, nur ich hatte das nicht mitgekriegt. Ich stieg wieder ein und wartete, daß der Zug wieder weiterfahren würde. Irgendwann tat er das auch. Am Bahnsteig stieg ich aus und mein Vater war nirgends zu sehen. Ich wartete, dann suchte ich ihn und fand ihn schließlich außerhalb dieser "Attraktion". Ich war natürlich aufgeregt von diesem Vorfall und bat ihn bei dieser Eisenbahn mitzufahren, weil er sich diesen Platz und diesen Gang unbedingt ansehen sollte. Er wollte nicht. Dann quetschte er sich halb auf diese Sitzbank und halb auf den Übergang und fuhr tatsächlich eine Runde mit der Eisenbahn mit. Aber als wir an die Stelle kamen, wo sich die Pappwand angehoben hatte, wie ein Vorhang im Theater, war alles normal. Da war nur die dekorierte Pappwand und von dem Platz und dem Gang war nichts mehr zu sehen. Mein Vater erklärte mich für verwirrt und ich solle jetzt doch bitte damit endlich aufhören, weil ich mir das alles nur eingebildet hätte. Das war der zweite Versuch, mich zu verkaufen bzw. anzubieten.
Der dritte Versuch kam in Texas. Wir fuhren nach Texas und dort sah ich zum ersten Mal eines dieser riesigen Steaks. Mein Vater und ich aßen zusammen eins dieser Steaks und meine Mutter und meine Schwestern zusammen das andere. Wir waren immer noch mit dem Camper unterwegs. Auf einem Campingplatz rief mich mein Vater zu sich. Er wollte mir jemanden vorstellen. Angeblich sei das ein Verwandter, denn ein Teil unserer Familie war vor ewiger Zeit von Deutschland in die USA ausgewandert. Wir gingen zu seinem Wohnwagen und da saß ich dann in der Ecke auf der Couch und mein Vater und der Mann unterhielten sich. Das war alles soweit normal. Dann aber ließ mich mein Vater mit dem Mann alleine und er zeigte mir seinen Wohnwagen und versuchte mit mir zu reden. Irgendwie war mir das unheimlich, denn mein Vater wußte ja, daß ich kein englisch sprechen konnte. Ich erinnerte mich an die Männer auf dem Dach von diesem Wolkenkratzer und flüchtete dann einfach aus diesem Wohnwagen. Er war noch in der "Küche" als ich einfach zur Tür ging, sie schnell öffnete und raussprang. Dann versteckte ich mich auf dem Campingplatz, weil ich mich nicht zu unserem Campingbus zurücktraute. Irgendwann abends als es dunkel war, ging ich zu unserem Campingbus zurück und meine Mutter tat so, als ob alles in Ordnung sei. Mein Vater sagte auch nichts und das war so komisch, so daß ich mich jetzt noch nach fünfzig Jahren daran erinnern kann. Meine Mutter wußte genau, daß es Kindervergewaltiger gibt und hat mich nämlich in Deutschland später davor beschützt. Ich war nämlich als Kind schwimmen im Verein, also bei der DLRG [Anmerkung: Deutscher Lebensrettungs Gesellschaft] und sollte eines Tages zu einem Wettbewerb fahren. Der Trainer holte mich mit seinem Auto ab und ich saß auf dem Rücksitz und ich weiß noch ganz genau, daß sie mir sagte, wenn er anhält um dich anzugreifen, lauf weg und klingele bei fremden Leuten und sag denen, die sollen die Polizei rufen. Tatsächlich hielt der Trainer unterwegs an. Angeblich wollte er seine Jacke ausziehen und sie in den Kofferraum legen. Er hielt an, stieg aus mit der Jacke in der Hand und ich stieg dann auch aus und ich hatte einen Schirm in der Hand. Ich muß entschlossen genug geguckt haben, denn er legte die Jacke in den Kofferraum, sah mich an und wußte wohl in dem Moment, daß ich mich wehren würde und vor allem, daß ich Bescheid wüßte. Dann stieg er wieder vorne ein, ich wieder auf dem Rücksitz und es ging zu dem Wettkampf. Ich weiß, daß es nicht um den Wettkampf ging, denn ich war elf Jahre alt und gar nicht gut genug für einen Wettkampf. Das Universum hat mich auch dort beschützt, denn dort traf ich zwei Klassenkameraden, Zwillingsbrüder, von denen die ganze Klasse wußte, daß sie schon fast profimäßig schwimmen trainierten. Die traf ich da, unterhielt mich kurz mit ihnen beiden und sagte das meinem Trainer. Da wußte er, daß er mich wieder nach Hause bringen mußte, weil mich jemand gesehen und gesprochen hatte und er nichts gegen diese Zeugen machen konnte, da die Zeugen auch noch meine Klassenkameraden waren. Meine Mutter hatte mich beschützt, denn warum hatte sie mir den Schirm mitgegeben, der eine scharfe Spitze hatte, obwohl es nicht regnete und ich ja im Auto unterwegs war? Meine Mutter hat in diese Judenfamilie hineingeheiratet. Sie war fast hineingelockt worden. Meine Mutter hatte eine Ausbildung zur Sekretärin gemacht, also was ganz normales und kam aus einer ganz normalen Familie. Mein Vater kam aus einer stinkreichen Familie und lockte meine Mutter mit Skifahren in der Schweiz und Reiten. Die Fotos von meiner Mutter, wo sie im Winterurlaub mit meinem Vater ist, sind übrigens die Fotos, wo meine Mutter am glücklichsten gewesen zu sein scheint. Mein Vater war beschnitten, ja, das machen die Juden heute noch so, obwohl man wie gesagt, nur dann als Jude gilt, wenn die Mutter jüdisch ist. Woher weiß ich, daß mein Vater beschnitten ist? Wir hatten eine Sauna im Haus. Und da sitzt man bekanntlich nackig drin. Also komplett und nicht, wie es die Amerikaner meinen, mit Unterwäsche.
So klar, meine Erinnerungen erzählen nicht von Missbrauch, was ein total falsches Wort ist, wenn ein Kind vergewaltigt wird. Aber ich kann bezeugen, daß es in Disney World hochziehbare Pappwände gibt, und daß Kinder "entführt" bzw. verkauft wurden. Denn ich habe bei der Eisenbahnstation keine verzweifelten Eltern gesehen oder gehört, daß da Eltern ihre Kinder suchen würden. Vielleicht habe ich das aber auch nicht mitgekriegt, weil ich erstens selbst zu klein dafür war, also körperlich und dann, weil ich meinen Vater gesucht habe und gar nicht auf die anderen Leute geachtet habe und drittens, weil ich die Sprache ja nicht verstand. Aber der Kopf erinnert sich und das Muster war klar. Mein Vater wollte mich verkaufen, meine Mutter hat mich beschützt, vor den Leuten weil sie ganz genau wußte, was die mit einem anstellen, sobald sie einen haben.
Ende des Gesprächs.
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